Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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geſenkt, die Hände gefaltet und aus den Augen des Greiſes rieſelten Thränen, wie Perlen, herab auf die tief gefurchte Wange.

Auf mich haben Thränen immer einen tiefen Eindruck gemacht; vergoß ſie aber das Auge eines alten Mannes, ſo haben ſie mich im innerſten Grunde der Seele erſchüttert; denn wenn nach all' den ſtählenden Lebenserfahrungen und Prüfungen ein Greiſenauge weinet, ſo muß es ein tiefliegender, die Seele durchzuckender Schmerz ſein,

6 ſie auspreßt. Stören konnte ich ihn jetzt nicht. Ich zog mich leiſe zurück und ging den Weg hinan, der zum Gipfel des Berges führte. Dort begegnete mir der Küſter meines Bruders, der zugleich Klingelbeutelträger in der Kirche, Glöckner und Todten⸗ gräber war.

Was ich eben geſehen, beſchäftigte mich lebhaft.Caspar,

ſagte ich,ihr habt ja das Kirchhofthor offen gelaſſen!

Weiß wohl, Musje Wilhelm, ſagte er.Der Schmied iſt

noch drauf.

Was macht denn der da?

Ei, weiß er denn nicht, ſagte Caspar,daß der Gottfried den Hollunderbaum groß zog und das ſchöne eiſerne Kreuz ſchmie⸗ dete, das darneben ſteht? ch hatte das Kreuz nie beachtet;entſann mich aber wohl, es geſehen zu haben.

1Liegt vielleicht ſeine Mutter da begraben? fragte ich. Nein, ſagte Caspar,es iſt das Grab ſeines Schatzes. Ein Bauer, welcher des Weges kam, unterbrach die Unter⸗ redung, die ſonſt durch die ſich in meine Seele drängenden Fragen noch langehin reichliche Nahrung würde gehabt haben. Die Männer gingen miteinander dem Orte zu und ich folgte in einiger Ferne, ſtieg wieder den Schutthaufen hinan und ſtand

beerranken und wollte meinen alten Freund überraſchen. Als ich* aber näher kam, entfiel mir der Gedanke ſchnell. Gottfried ſaß. am Stamme des Hollunderbaumes, das Haupt auf die Bruſt

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