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plötzlich einen dunkeln Gegenſtand vor ſich, blickte auf und— ſah mit Entſetzen eine menſchliche Geſtalt entgegentreten. „Verrath!“ ſchrie er plötzlich.„Verrath! Zurück, Brüder!“ Aber im Umdrehen und vom Schrecken überwältigt, ihren Stand⸗ punkt vergeſſend, ſtürzten alle die Felswand hinab.— Marie ſah das Entſetzliche und ſank leblos zur Erde.
Noch ſo lebhaft wie heute entſinne ich mich des Morgens des Neuen⸗Jahrs⸗Tages 1810. Es war eine Unruhe in der Stadt, wie ich mich je beobachtet zu haben, nicht entſinnen kann. Ueberall ſtanden die Leute zuſammen und aus den Geſichtern ſprach ein düſtrer Ausdruck. Neben uns, im Hauſe Conrad's, und noch eins weiter, wo der Douane Bauer wohnte, hörte man laute, heftige Wehklage. Es mußte etwas Außerordentliches geſchehen ſein. Endlich kam ein Freund meines Vaters zu uns. Nach einem kurzen, herzlichen Glückwunſche, fragte er:„Haben Sie ſchon von dem entſetzlichen Unglücke gehört?“ Mein Vater verneinte, und Jener erzählte;„Heute Nacht gegen eilf Uhr kam Bräunchen an mehrere Häuſer, klopfte und bat um Gotteswillen um Beiſtand, es ſei ein entſetzliches Unglück geſchehen.
„Die Leute merkten gleich, es handle ſich um einen Unfall beim Schmuggeln, und viele folgten ihm, der ſelbſt aus mehreren Geſichtswunden heftig blutete.
„Er führte ſie an den alten Schieferbruch im Hahn— dort lagen fünf Perſonen, ſchrecklich verwundet, und Einer war todt.
„So ſtille als möglich wurden die Verwundeten weggebracht, die Bündel kamen in Sicherheit, den Todten aber, deſſen Schädel zertrümmert war, ließ man liegen.“
„Wer iſt's denn?“ fragte mein Vater, heftig ergriffen.
„Conrad, der brave Conrad, Ihr Nachbarsſohn!“ ſagte er mit einer Thräne im Ange. ½
Dieſe Nachricht erſchütterte uns heftig, und ich brach in


