Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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in den Bergen hat, ſtiegen ſie den Abhang hinauf, wandten ſich dann links dem Schieferbruche zu.

Lautlos und in ihrer Erſcheinung wahrhaft geſpenſtiſch, aber in voller Sicherheit und des Gelingens gewiß, ſtiegen ſie bergan. Der Weg war ungemein ſchwierig von dieſer Seite her; aber mit Hilfe der zweckmäßigen Eisſpornen und Eisſtäbe legten ſie dennoch eine anſehnliche Strecke zurück und erreichten nun die gefährlichſte Stelle, den ſchmalen Pfad, welcher über der jähabfallenden, ſenk⸗ rechten Felswand des verlaſſenen Schieferbruches vorüberführt. Einer mußte hinter dem Andern gehen, und jeder genau in die Fußtritte ſeines Vordermannes treten, welcher vorſichtig mit dem Stabe unterſuchte, ehe er ſeinen Fuß einſetzte.

Lange, ach unendlich lange für ihr geängſtetes Herz, hatte nun ſchon Marie dageſeſſen. Mit jedem Augenblicke wurde ihr Herz ſchwerer; denn ſie blieben ja ſo lange aus. Sollten die in der Hütte verſteckten Douanen ſie gefangen genommen haben? Sie ſchrack zuſammen bei dieſem Gedanken. Allmählig aber empfand ſie die ſchneidende Kälte weniger; ihre Gedanken verwirrten ſich und eine unwiderſtehliche Neigung zum Schlafe bemächtigte ſich ihrer. Und doch traten noch Augenblicke eines klaren Bewußtſeins dazwiſchen. In einem ſolchen ſprang ſie auf. Sie erwachte dadurch gleichſam aus dieſem Halbſchlummer, und erinnerte ſich, gehört zu haben, daß dieſer Zuſtand dem Tode des Erfrierens vorhergehe. Sie raffte ſich gewaltſam empor; aber ihre Mattigkeit war unbe⸗ ſchreiblich groß. Sie mußte ſich wieder ſetzen.

Jetzt vernahm ſie Tritte im krachenden Schnee und neues Leben durchzuckte ſie. Starr ſah ſie in der Richtung des Tones hin und wirklich! da kamen die weißen Geſtalten. Sie warf das weiße Linnentuch, das ſie um ſich geſchlagen, um vom Berge her nicht beobachtet zu werden, ab, und trat den Kommenden entgegen.

Bräunchen, als der Vorderſte des Zuges, der jeden Tritt unter⸗

ſuchen mußte, ſah ſtarr vor ſich zur Erde. Jetzt gewahrte er