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„Einen köſtlichen Fang, Herr,“ rief der Verräther.„Lauter Seide und Spitzen, die nach Paris beſtimmt ſind.“ Parbleu!“ rief der Lieutenant, der nur gebrochenes Deutſch ſprach.„Aſt du ſikere Nachrich?“
„Gewiß! die Bacharacher Hauptſchlummerer, ihrer ſechſe, tragen die Bündel. Ich kenne den Ort und die Stunde genau. Wieviel gebt Ihr—
„Swanſik Franes!“ rief freudig der Lieutenant.
„Ja, wenn's Kaffe und Zucker wäre, ließ ich mir das gefallen, aber bedenkt, Spitzen und Seidenſtoffe, vielleicht noch Koſtbareres!“
„Canaille!“ zürnte der Lientenant,„Sie ſoll vierſik Francs aben, aber nix mehr!“
„So iſt mir's ſchon recht,“ ſagte der Schiffer;„aber ich rede kein Wort, bis ich das Geld in der Taſche habe.“
Fluchend ſchritt der Franzoſe zum Schreibpulte und holte das Geld, und erſt als es der Verräther in der Hand hatte, theilte er ihm Alles mit, was er von dem ruhmredigen Schwätzer erfahren hatte.
Es war noch Zeit genug für den Lieutenant, ſich in Civilklei⸗ dung auf den Weg zu machen, und die nöthigen Anordnungen zu treffen, dieſesmal die bis jetzt nie ergriffenen Schmuggler auf der That zu ertappen und eine glänzende Rache an ihnen zu nehmen; zugleich aber lächelte ihm das Priſengeld entgegen und vielleicht eine belohnende Rangerhöhung. Sein Eifer kannte daher keine Grenzen, und ſchon um neun Uhr lagen die Douanier's am Cauber Fahr in ihrer dunkeln und kalten Hütte, und unterhielten ſich
flüſternd über den zu hoffenden Fang, während droben auf der
Höhe über die ganze Kante des Gebirgs in Entfernungen von kaum
dreißig Schritten eine Kette von Douanen ſtand, durch welche unbe⸗
merkt zu ſchlüpfen, kaum einer Maus gelungen wäre—; und dort
unten ſaß ein weinendes, zitterndes Mädchen, durchſchauert vom
Froſt und innerer Angſt und Furcht, und lauſchte jedem Laute,
welchen der durch das Laub wehende Wind hervorbrachte oder ein


