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„Das glaub' ich;“ bramarbaſirte der Schwarze.„Es trägt Einer vielleicht für zehntauſend Franken Werth!“
„Wie dem ſei, es iſt doch ein ſaures Stück Brod! Welche Gefahren! Wie leicht bricht Einer ein Glied den Bach hinauf nach Langſcheid zu.“
„Den Weg nehmen wir heute nicht!“ 8
„Welchen denn? Er iſt doch der nächſte?“
„Richtig; aber der Kuckuck trau' den Grünröcken. Wir gehen im Hahn über, ſchlagen uns dann links hinauf über dem Schiefer⸗ bruche weg, und kommen leicht nach Henſchhauſen, wo wir beim alten Fenſterſeifer ablegen. Heute Nacht tollt Alles. Die Grün⸗ röcke werden auch das Ihrige thun. Da iſt's juſt, und man kann etwas wagen.“
„Aber wie kommt Ihr nur auf dem unbetretenen Pfade fort?“
„Dafür iſt geſorgt, Aherchen. Wir haben alle Eisſpornen an, und ſpitzbeſchlagene Eisſtöcke. Da kann man feſt auftreten und hat einen ſichern Gang.“
Das Geſpräch wurde hier durch neuankommende Gäſte unter⸗
brochen. Es nahm nun eine andere Richtung und nach einer halben
Stunde hatte der Schwarze vergeſſen, daß er Alles ausgeplaudert, und es fiel ihm gar nicht auf, daß ſich der, der ihn ſo arglos aus⸗ geholt, unbemerkt entfernt hatte. Ihm kam in ſeinem weinſeligen Taumel gar nicht in den Sinn, daß dieſer verlorne Menſch einen Mißbrauch von ſeinen Mittheilungen machen könnte. Er fiel nach einiger Zeit in einen tiefen Schlaf und erwachte erſt, als ſich die Nacht ſchon mit ſchnellen Schritten näherte.
Kaum hatte jener Menſch, welcher dem Schwarzen ſein Geheim⸗ niß abgefragt, ſich aus der Schenke entfernt, als er nach Hauſe eilte und ſich umkleidete. Ohne Säumen ſchlug er den Weg nach
Oberweſel ein, wo er über die geſchlagene Bahn leicht hinüber⸗
gelangte. Mit der größten Haſt lief er nach Sanct Goar und trat
in das Haus des Douanen⸗Kieutenants, der ihn wohl kannte, da er nicht das erſte Mal den Verräther machte. F
„Was gibt's?“ fragte der Lieutenant.


