Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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Das kann ich nicht! rief Hubert.Das bring' ich nicht fertig!

Dummes Zeug! polterte der Wirth.Warum denn nicht? Aber wenn du abſolut nicht willſt, ſo will ich den Sonntag hin⸗ überkommen und will dein Freiesmann werden.

Das erleichterte das bedrängte Herz und ruhiger kam Hubert in das leere Häuschen. K

Das Fenſter war offen geweſen; als er in die Stube trat, lag eine Roſe am Boden, friſch erblüht, in voller Pracht. Wer ſie ihm hingeworfen, das wußte er ja. Sie war ein Zeichen ihrer Liebe und ein Zeichen ihrer Geneſung. Zum erſten Mal ſeit der guten Mutter Tod durchzuckte ihn ein Strahl der Freude und Hoffnung.

Sie zu ſehen, ſie zu ſprechen, war indeſſen umſonſt. Sie wurde bewacht wie ein Hausdieb. Nie war ſie allein zu Hauſe; nicht einmal allein im Garten konnte ſie ſein, ohne daß die Mutter gerufen hätte oder gekommen wäre. Da wär's denn ein fruchtlos Bemühen geweſen, einen Augenblick erhaſchen zu wollen; und ſchreiben? dieſe Kunſt verſtanden nur Wenige in den Landen des Kurfürſten von Köln, und zu den wenigen Bevorzugten gehörte weder Hubert noch ſein liebes Annchen.

So kam denn der Sonntag und die Kirmeß mit ihm, der gefürchtete Tag des Leides für zwei liebende Herzen, auf den ſie ich ſonſt ſo ſehr gefreut hatten. WMorgens war Hubert in der Meſſe. Er ſah Annchen und wäre faſt in einen Ausruf des Schreckens ausgebrochen, ſo übel ſah ſie aus, ſo bleich und leidend. Dann und wann fuhr ein Blick zu ihm herüber, ein Blick voll Liebe; aber dann glotzte der Pitter ſo giftig auf ihn her, daß Annchen ſchnell das Auge anders wohin wandte. 8

Als die Kirche aus war, ſaß Hubert in ſeinem Gärtchen unter dem Hollunderbaume, der ſeine Blüthen ſchon zu treiben sufing Seine Blicke waren hinüber gerichtet und ſein Herz ſagte ihm, ſie

käme. Endlich ſchlich ſie ſich an den Weidenzaun. Sie öffnete die