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Annchen lag noch zu Bette. Die Nachricht von Hubert's Ver⸗ luſt traf ſie hart. Sie wurde kränker.
„Siehſt du,“ ſagte die Mutter,„wie gut es war, daß du Pitter's Mailehen wurdeſt! Zetzt hätte der Hubert der Trauer wegen doch nicht mit dir tanzen können und dürfen.“
Sie mochte das nicht hören. Sie dachte an Hubert und ſein Leid, und daß ſie ihn jetzt nicht tröſten könne.
Acht ſchwere, ja die ſchwerſten Tage ſeines Lebens waren für Hubert vergangen, als er in Ahrweiler in das Bierhaus zum Stern trat, um ſeinen Durſt zu löſchen mit einem Glas Bier. Der Wirth war ſein Pathe und ein verſtändiger Mann dazu.
„Setz' dich Path',“ ſagte der Wirth.„Dir iſt heiß!“ Er ging, holte Bier und trank ihm zu:„Proſit, Path'! wie geht's?“
„Wie ſoll's gehen,“ ſagte traurig der arme Jung,„Ihr wißt ja, wie mir's geht.“
„Freilich,“ war des Wirths Antwort.„Wie denkſt du deinen Sack anzuhängen? K
„Häng' ich ihn rechts, ſo paßt er nicht; häng' ich ihn links, ſo paßt er gar nicht,“ ſagte Hubert.„Rathet mir einmal.
„Ja, Path',“ verſetzte der Wirth,„da iſt bös rathen. So allein ſteckſt du nicht viel auf, und wenn du heiratheſt, dann kann's
gut gehen— auch nicht. Ich bliebe am Ende noch ledig und verdingte mich.“
„Wohin denn?“ fragte Hubert.„Der Taglohn und das Fiſchen ernährt mich ſchon ganz gut.“
„Ei, ſo nimm ein wackres Mädchen, das dir was beibringt, und ernähre dich redlich. Der liebe Herrgott verläßt ein geſundes Herz und geſunde Arme nicht. Haſt du dir noch nichts ausgeſehen? red' mal!“
Der Jung ſah ſchamroth unter ſich und ſchwieg.
„Narr du!“ rief der Pathe aus.„Was brauchſt du dich vor deinem Pathen zu ſchämen? biſt ja kein Kind mehr, und ich bin dir jetzt Vater und Mutter. Sei offenherzig und red' von der Farbe!“


