Ruhig kehrte der Sieger zurück, baute noch einmal ſeinen luf⸗ tigen Feuerherd über das Waſſer, und nach einiger Zeit war der Fang wieder im Gange und faſt noch glücklicher, als vorher. Als die Mitternacht kam, waren alle Rumpen voll.
Müde kehrte er heim und ſetzte ſich zu der Mutter, ihr den Streich des böſen Menſchen erzählend.
„Aber ich habe ihn durchgebläut!“ rief er und die Hand ballte ſich noch im Andenken an den Sieg.
Da ſprang das Mädchen aus dem Stübchen heraus, wo ſie ſich verborgen und rief:„Das haſt du brav gemacht!“
Wie erſchrack er! Aber wie ſelig ruhte ſein Auge auf ihr“ War ſie doch nun ſein ſicheres Mailehen, da er ſo reich im Fang an dieſem Abend geworden war!
Nur die Mutter ſchüttelte bedenklich den Kopf, weil ſie den Pitter und ſein rachſüchtiges Gemüth kannte; aber ſie mochte das Glück der Beiden nicht ſtören und drückte ihre Sorge hinab in das Herz.
1I.
Ueber's Jahr zur Zeit der Pfingſten
Pflanz ich grüne Majen dir an's Haus, Schicke dir aus weiter Ferne
Einen friſchen Blumenſtrauß.
Kommt er nicht, ſo magſt du denken,
Ich käm' ſelber ferne her;
Komm' ich nicht, ſo magſt du 3—
Daß ich auch geſtorben wär.
Volkslied.
Nacht war's geworden an dem Tag, als Hubert gefiſcht und ſo glücklich über ſeinen reichen Fang noch der Frende theilhaftig wurde, ſein Annchen bei ſich zu ſehen. Drüben im Hofhauſe waren Annchen's Eltern bereits zu Bette gegangen und meinten, ihr Kind den tiefen geſunden Schlaf der friſchen


