Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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Da ſeh' mal eins! rief Hubert.Sie weiß, daß ich die Rumpenflechterei hier treibe, um ſie zum Mailehen zu kriegen, und

ſagt nun, ſie wolle die Körbchen abverdienen!*

Du Advvcat! ſcherzte ſie.Mit dir komm' ich armes Ding nicht aus. Setz dich und ſei hübſch brav und fleißig, daß wir bald fertig werden..

So ging das neckiſche Geſpräch fort, bis ſie endlich auf das Mailehen zu reden kamen und die Pärchen für einander beſtimmten, und zwar durch's ganze Dorf hinauf. Sich ſelbſt und ihre zweifelhaften Hoffnungen vergaßen ſie ganz. Dabei arbeiteten die Hände ſo raſch, daß, ehe es halb Zwölf ſchlug, die Weiden alle aufgearbeitet waren. Darauf ſprang Annchen auf, ſchlug Hubert leiſe auf die Wange, rief:gute Nacht! und war wie der Blitz verſchwunden. Als aber Hubert ſeine Kappe ſuchte, war ſie fort. Starr vor, Entſetzen ſtand er da. Hat uns Jemand belauſcht? fragte er zitternd. Eiskalt rieſelte es durch ſeine Glieder. Er durchſuchte noch einmal rings um Weiden und Gras. Sie war nicht da; ſie war entwendet. Was ſoll das werden? rief er weinend vor unſäglichem Leid.. Ach armes Annchen! Er ſchlich endlich durch die Weiden auf den Weg und erreichte mit angſtpochendem Herzen ſein Häuschen. Da fiel's wie Zentner⸗ laſt von ſeiner Seele; denn auf dem Klopfer hing ſeine Mütze, die die kleine Hexe, ihn zu necken, ihm weggeputzt hatte und nun ſie hing.

Ich Tölpel! rief er aus. Das hätt' ich doch wiſſen können! wann hat denn das tolle Ding mich einmal ungeneckt gelaſſen? Aber wart', das ſollſt du mir ſchon vergolten kriegen! S

Mit den ſüßeſten Rachegedanken im Herzen, ſchloß er die Thüre auf, und da war es ihm, als hörte er halblaut kichern. Wäre nicht eben der Wächter den Flecken herabgekommen, um die Stunde zu blaſen und zu ſingen, ich glaub', er wär' noch einmal über den Steg hinübergeſchlüpft.