Teil eines Werkes 
1. Band (1850)
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Jeſſemarjoſep!*) rief er,wie kommſt du daher? Soll ich meine Kapp' verlieren und du deinen guten Namen! Lieb' Annchen, was denkſt du? du weißt, wie ich dich lieb habe aber

Eine kleine Hand hielt ihm den Mund zu.Schweig' doch ſtill! ſagte ſie.Meinſt du, ich wollte ſo etwas wagen, ohne daß ich vollſtändig ſicher wäre? Siehſt du, ich hab' ein Licht genommen und bin in meine Kammer gegangen; hab's dann nicht ausgeblaſen und gewartet, bis Alles ſtill wurde, dann bin ich her⸗ geſchlichen, um dir zu helfen, und ſie meinen, ich ſei in meiner Kammer. Ich wußte ja, wo du warſt und warum du Rumpen machſt! Biſt du mir bös, Hubertchen? fragte ſie ſo ſüß ſchmei⸗ chelnd, daß ſie einen Raſenden hätte bändigen können.

Bös? ach du heilige Mutter Gottes! wie ſollte ich das anfangen? ſagte Hubert.Bange iſt mir's ja nur um dich, weil du ſo gut wie ich weißt, daß der Pitter überall dich belauert. Und wenn der das herausbrächte, ſo ſollten uns alle Heiligen gnädig und barmherzig ſein! Er wär's nicht!

Still, ſtill! rief das liebe Mädchen und ſaß ſchon im Graſe, hatte Weiden genommen und flocht ſchon ſo wacker wie Hubert.

Er blickte, alle Sorge vergeſſend, auf das liebliche Mädchen und ſagte mit einer Stimme, die vor innerer Luſt bebte:Nun ſeh' ich wohl, wie gut du mir biſt! 3

Haſt du das noch nicht gewußt? fragte ſie ſchelmiſch lachend. Ich weiß es ſchon lang, und ich weiß auch, wer am Annentag die zwei ſchönen Körbchen, das Nähkörbchen und das Henkelkörbchen,

an die Weiden an unſern Waſſerſchöpfplatz gehängt hat. Du warſt's doch nicht gar?

Hubert lächelte und ſagte:Nein! Du Lügner! rief ſie.Es gibt ja nur Einen, der ſie machen kann, und das biſt du. Nun will ich ſie abverdienen mit Rumpenflechten.

2 Jeſus, Maria, Joſeph! Ein Ausruf der Verwunderung, des Schreckens und der Freude bei den Bewohnern des Ahrthales. 8