Ernſt Andolt.
uns verwundert an. Der Baron gab ihm eine Viſiten⸗ karte mit dem Auftrag, er laſſe den Amtmann um eine kurze Unterredung erſuchen.
Dieſe Meldung ſtörte, wie ich ſpäter erfuhr, Herrn O., welcher, von ſeiner Schlittenfahrt bereits zurück⸗ gekehrt, beim Frühſtück ſaß, in einer an Fräulein von Halden gerichteten Rede, welche von meiner Abreiſe beginnend zu einer Zergliederung meines Charakters im Allgemeinen und meiner„gewiſſenloſen“ Handlungs⸗ weiſe im Beſondern überging, dann meine armſeligen Verhältniſſe und die Unmöglichkeit ausführte, daß ich je zu einer anſtändigen Verſorgung gelangen könnte. Er war gerade bei der näheren Begründung dieſes letztern Punktes, als ihm die Karte und Beſtellung des Barons überbracht wurde.
Was will der Mann von mir? Ich kenn' ihn nicht, ſagte der Amtmann.
Der Name iſt mir bekannt, rief das Fräulein, es iſt ein alter Freund meines ſeligen Vaters. Der Amtmann entfärbte ſich.
Herr Friedmann iſt auch wieder mit angekommen, bemerkte der Kutſcher.
Was? wie kommt Der hierher?
Im Wagen des Barons.
Ich will von Beiden nichts wiſſen, Lief der Amt⸗ mann heftig; ſie ſollen ſich packen, ich biſt nicht zu Hauſe.
Aber ich, ſagte das Fräukein ic erhebend mit feſter Stimme, ich will den Freuns und Waffenbruder meines Vaters ſehen; ich glaube ein Recht dazu zu haben. Das haben Sie allerdings, mein Fräulein, ſagte der bei dieſen Worten mit mir ins Zimmer tretende Baron, und ich bin hier, Sie in dieſem, wie in ihren ſonſtigen Rechten zukren*
Er verbeugte ſich gegen den Amtmann.
Dieſer erhob ſich und maß den Baron mit einem ſtechenden Blicke.


