Ernſt Andolt.
ron, in welchem Verhältniß ſtehen Sie zu dem Amt⸗ mann!
Bis jetzt in gar keinem. Ich hab ihn nie geſehen.
Aber— Fräulein von Halden— kennen Sie?
Ich habe ſie vor Jahren einmal als Kind im Hauſe ihres Vaters geſehen. Er war mein langjähri⸗ ger Kamerad.
O, dann bin ich Ihres Beiſtandes gewiß. Sie werden die Tochter Ihres Waffenbruders nicht in den Händen eines Tyrannen laſſen, der—
Der?— Warum reden Sie nicht weiter? Miß⸗ trauen Sie mir?
Nein, nein! Sie ſollen Alles wiſſen! Ich ſchilderte ihm nun die völlige Vereinſamung, in welcher das Fräu⸗ lein bei Herrn O. lebe, wie ſie, abgeſchnikten von allem geſelligen Verkehr, lediglich auf den Umgang des für alle edleren Intereſſen unempfänglichen Hausherrn an⸗ gewieſen, in einem Daſein ohne Reiz und Anregung verkümmern müſſe, ich deutete ihm endlich auch die Heirathspläne des Amtmanns, jedoch lediglich als eine Vermuthung an.
Schon gut, ſagte der Baron lächelnd, wir werden ſehen, was zu thun iſt. Indeſſen, wer weiß? vielleicht geht das Fräulein auf die Wünſche des alten Herrn ein? Man hat Fälle,—
O nimmermehr! Glauben Sie das nicht. Das Fräulein würde erſchrecken, wenn ſie die Abſichten des Amtmanns je ahnen ſollte!
Ei, ei, was hat Sie deſſen ſo gewiß gemacht? fragte er, mich ſcharf anſehend.
Die vollſtändige Verſchiedenheit der Charaktere; wenn Sie Herrn O. eine Viertelſtunde lang beobachtet haben, werden Sie mir gewiß beiſtimmen.
Nun wohl, wenn dem ſo iſt, wird die junge Dame noch heute ſein Haus verlaſſen.
Ich fürchte, das wird nicht ſo leicht zu bewirken ſein. Seien Sie unbeſorgt; ich werde die Prinzeſſin


