Hermine Wild.
dunklen, geiſterhaften Augen öffneten ſich von Neuem
und hefteten ſich mit verzehrendem Feuer auf die bebende Leonie.— Fürchte dich nicht, ſagte ſie endlich, und ihre
Stimme kla mir gezählt ewig verlier
ng hohl, ſieh mich an— die Miuuten find — ſieh deine Mutter an, bevor du ſie auf ſt.— Deine Mutter, die der langen Marter
endlich erliegt.— Ja, auch ich war einſt ſchön und jung wie du, aber es war Einer da, der ſtärker war als ich— und der mich zertrat, bis ich das geworden bin,— was du jetzt an mir ſiehſt. Aber du wirſt
mich rächen
Jahrelang habe ich nach dieſem Augen⸗
blicke gelechzt, daß ich nicht ſterben konnte ohne ihn. — Und du biſt mein eigen Kind— ich habe mich nicht getäuſcht,— und dein ſoll die Rache ſein, daß ich mich noch im Grabe freuen kann!— Schwöre
deiner Mut wiederholte Finger, als mit großen,
ter, daß du ſie rächen willſt!— Schwöre! ſie faſt tonlos und mit drohend erhobenem das junge Mädchen ſprachlos und bleich ſchreckenvollen Augen zu ihr aufſah!
Da wurde die Thüre aufgeriſſen. Leonie! rief es laut, und ein gleichzeitiger Schrei der drei Frauen gab Antwort auf den Ruf. Es war der Graf, der ein⸗ getreten war. Leonie! wiederholte er, und in ſeinem
Tone range Raſch ging Blicke warf beide Arme
n Zorn und Schrecken um die Oberhand. er auf ſie zu, aber mit einem wüthenden ſich die Kranke in die Höhe und ſchlug über das junge Mädchen zuſammen. Was
willſt du? rief ſie, Dieſe iſt mein, du haſt keinen Theil
an ihr.
Dein Platz iſt nicht hier, Leonie, ſagte jetzt der Graf mit wiedergewonnener Ruhe; entferne dich.
Mechaniſch erhob ſie ſich, um zu gehorchen; aber es war nur ein flüchtiger Augenblick, und wenn der Graf die düſtere Leidenſchaftlichkeit dieſer verſchloſſenen
Natur nicht
in ihrem richtigen Maß ſchon früher erkannt,
ſo bot ſich ihm jetzt die Gelegenheit dazu. Regungslos
ſtand ſie bo
r ihm und ſah ihm zum erſten Male furcht⸗


