Teil eines Werkes 
22. Band = 4. Serie, 4. Band (1875) Euere Wege sind nicht meine Wege / von Hermine Wild
Entstehung
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Es mochte gegen das Ende des vergangenen Jahr⸗ hunderts ſein; die franzöſiſche Revolution, deren furcht⸗ barer Ausbruch nur wenige Jahre danach erfolgte, kün⸗ digte ſchon hier und da durch verlängerte Stöße der unterwühlten Geſellſchaft ihre Annäherung an; da kehrte Graf Thornſtein auf ſeine Güter nach Deutſchland zu⸗ rück. Faſt ein Fremdling kehrte er dahin zurück; als junger Mann hatte er die Heimath verlaſſen, ſich ſeitdem bald hier, bald dort im Auslande aufgehalten, und nach⸗ dem er an den lockeren Sitten ſeiner Zeit den gehöri⸗ gen Antheil genommen, ſich in Paris mit einem fran⸗ zöſiſchen Fräulein vermählt, das, reich an Ahnen und arm an anderen Gütern, ihm nichts zubrachte, als die Verbindung mit einer alten, angeſehenen Familie und ihre eigene ungewöhnliche Schönheit. Von dieſer Schön⸗ heit hatten die Inſaſſen des Gutes durch den Verwalter gehört, der einſt, Geſchäfte halber, nach Paris gereiſ't war und den Grafen einen glücklichen Mann pries. Wieder waren Jahre verſtrichen, den alten Mann deckte die Erde, und ein andrer Verwalter nahm ſeine Stelle ein. Die junge, ſchöne Gräſin, ſagte ein Gerücht, hatte ein früher Tod von der Seite ihres Gatten geriſſen, und vom Grafen kam noch immer keine Kunde. Er lebte in der Erinnerung ſeiner Unterthanen ein ſchatten⸗ haftes Leben, das nur manchmal von Seiten des Ver⸗

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