— 119— In Antonio's Hauſe das bald wieder hergeſtellt
war, lebten ſie nun alle zuſammen zufrieden und glück⸗
lich, weil ſie in Liebe verbunden waren.
Jaime's hoffnungsvolle Kinder blühten fröhlich auf und zeigten, wie herrliche Anlagen des Geiſtes, ſo auch die edler Herzen, denn alle zuſammen ſtrebten dahin, die Keime des Guten, der Gottesfurcht und Frömmig⸗ keit in ihre Herzen zu pflanzen, weil allein dadurch das wahre Glück des Lebens gewonnen und der wahre Werth des Menſchen beſtimmt wird.
So vergingen in einem harmloſen Glücke noch eine Reihe von Jahren. Dann aber nahmen die Kräfte Ribera's ſchnell ab. Achtzig Jahre war er alt gewor⸗ den und doch hatte er erſt in den letzten Jahren ge⸗ lernt, wie glücklich man in dieſer Welt ſein kann, wenn auch der äußre Reichthum fehlt, wenn nur das Leben ein reines, durch Frömmigkeit und gegenſeitige Liebe geheiligtes iſt.
Wie innig dankte er Gott für dieſe wenigen Jahre eines rechten Glückes. Sie alle ſegnend, ihnen Allen dankend ſtarb er ſanft, Gott ergeben und voll Glau⸗ ben und Hoffnung auf das durch Chriſtus e Heil. Antonio's Hand ruhte in der Seinen, bis ſie erkaltete; ſein Auge weilte auf ihm, bis es brach. Antonio drückte es ihm zu.
Er machte eine rechte Lücke in ihrem engen und ſchönen Kreiſe.⸗
WMeehr denn je erwachte in Antonio die Sehnſucht, nach Terzeira zurück zu kehren; allein die Erziehung der hoffnungsvollen Kinder Jaime's lag ihm zu ſehr am Herzen. Er ſtand darin der Mutter wacker zur Seite, bis ſie einer höhern Lehranſtalt mußten über⸗


