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Das Erdbeben von Lissabon : eine Geschichte, der deutschen Jugend und dem deutschen Volke / erzählt von W.O.von Horn, Verfasser der Spinnstube
Entstehung
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kaum ſeines Blickes gewuͤrdigt, des trefflichen Juan war ihm aus dem großen Schiffbruche ſeines Lebens geblieben, und mehr als dieß Alles die Gnade Gottes, die ihn retten wollte für ein höheres Leben. Das wirkte wunderbar. Solches Erkennen führte ihn in ſich hinein. Er dachte nach über ſein früheres Leben und die tiefſte Reue kam über ihn. Er fragte nach den Früchten ſeines früheren Lebens und fand keine! Er dachte an die unverdiente Gnade Gottes in ſeiner Lebensrettung und wandte ſich zu dem Herrn und in ſein gebeſſertes Herz kam die Liebe und mit ihr erſt das wahre Glück des Lebens. So kam er dahin,* daß er Gott dankte für die Schickſale, die er er⸗ duldet. Von jetzt an war er heiter, ja fröhlich in dem Kreiſe. der edeln Menſchen, die ihn umgaben, ſie liebend und von ihnen geliebt. Antonio durfte nicht von ſeiner Seite. Er mußte ihm erzählen von ſeiner Kindheit und Jugend in Oporto; von ſeinem Vater und ſeiner Mutter; von ſeinem Thun in Liſſabon, das der verworfene Jaime ſo ſchmählich entſtellt und verleumdet hatte; wie es ihm ergangen in Terzeira kurz den ganzen Lebens⸗ lauf. Thränen ſtanden dann in des alten Mannes Augen. Er drückte Antonio's Hände und rief: Ach, wie muß ich mich anklagen vor Gott! Ich ſtieß in heil⸗ loſer Blindheit die Edeln von mir; verſchloß ihnen mein Herz und die giftige Schlange nährte ich im eigenen Buſen. Wie hab' ich meine Strafe verdient, und wie viel mehr verdiente ich, als ich empfing. Ich bin nicht werth aller Liebe und Treue, die der Herr an mir gethan hat; nicht werth der Liebe, die ich von 4 Euch empfange! 3