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dem, der in Treue Ihn nie verließ, einer reuevollen Umkehr alſo nicht bedarf! Wohl aber auch dem, der, erſchüttert durch die Schickſale, an ſeine Bruſt ſchlägt und ſpricht: Herr ſei mir Sünder gnädig! Und nun treu Gottes Wege geht!
Unter den Vielen, bei denen dieß ſchreckliche Er⸗ eigniß eine gänzliche Umänderung bewirkte, war der alte Oheim Antonio's, der Marquis de Ribera. Ihm waren die Schrecken des Weltgerichts nahe genug an die Seele herangetreten, und ſie hatten ihn wohlthä⸗ tig erſchüttert. Zwar war die Nichtigkeit alles Irdi⸗ ſchen ihm nicht unbekannt geblieben, als des verwor⸗ fenen Jaime gottvergeſſenes Treiben alle die Habe ver⸗ ſchlang, die er geizig gehütet; als ſeine Verbrechen auf ſeinen Namen Schmach gehäuft, auf den er ſo ſtolz war; als ihn das Sckickſal herunterdrückte in tiefe Armuth, die er nie gekannt; aber das Werk der Umänderung eines ſo finſtern und harten Herzens for⸗ derte heftigere Erſchütterungen⸗ Die kamen, als der Boden unter ihm wankte; als das Haus über ihm einſtürzte; als der fallende Balken ihn niederſchlug und betäubte. Sein Erwachen aus der Ohnmacht und Betäubung war ein Erwachen zum neuen Leben. Es war das Eis ſeiner Seele geſchmolsen. Er erkannte in ſeiner und der Angehörigen Rettung die ſchützende
Vaterhand Gottes; er ſah im Wiederfinden Antonio's
die helfende Liebe Gottes. Alles, was einſt groß und
köſtlich war in ſeinen Augen, das war zertrümmert
und zu Grunde gegangen und nur die Liebe dieſes verſtoßenen Antonio's, des Sohnes ſeines verſtoßenen, edeln Bruders— die Liebe der Gattin Jaime's und ihrer Kinder, die Liebe eines Menſchen, den er einſt


