ſchütten. Dieſe Dämpfe erfüllen nun die Räume der Erde, finden keinen Ausweg, namentlich wenn die Kra⸗ ter der feuerſpeienden Berge mit Lava erfüllt ſind. Sie werden zuſammengepreßt und zuſammengeballt und ge⸗ ſpannt, daß ſie plötzlich in die weiten Klüfte, Spalten
und Kanäle der inneren Erde ſtrömen und durch ihre Gewalt die Erde in dieſer Richtung erbeben machen, bis ſie wieder durch einen Krater oder ſonſtwo ihren Ausweg finden.
Nun iſt es aber meines Dafürhaltens gar nicht nothwendig und erforderlich, daß zu einem Erdbeben ein feuerſpeiender Berg in der Nähe iſt. Wie nämlich aus dem innerſten Feuerheerde der Erde ein Schlot oder Kanal zu der Mündung des Kraters eines feuer⸗ ſpeienden Berges hinausgeht, aus dem die Dämpfe und ſo weiter einen Ausweg in Gottes freie Luft fin⸗ den, ſo kann ich mir auch ſolche Kanäle denken, die weit unter der Oberfläche der Erde ihr Ende finden und wohin, weil ſie zu enge ſind, und keine Oeffnung in der Luft haben, die feuerflüſſige Lava nicht ſteigt, ſondern nur der Qualm, die Dämpfe. Wenn nun dieſe durch etwaigen Einſturz eines Theiles der Wandung des Erdinnern oder durch eine andere, uns natürlich unbekannte Urſache und Kraft, gedrängt und fort und fort zuſammengepreßt und geballt werden, ſo brechen ſie aus in die leeren Höhlungen und Spaltungen im Innern der Erde und dieß bewirkt die Stöße des Erd⸗ bebens, die ſich natürlich ſo weit fortpflanzen, als dieſe Dämpfe Räume finden, ſich auszudehnen, aber in dem Grade ſchwächer werden, als ſie ſich weiter ausdehnen können und dazu Raum finden, bis endlich ihr gepreß⸗ ter Zuſtand aufhört.


