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Das Erdbeben von Lissabon : eine Geschichte, der deutschen Jugend und dem deutschen Volke / erzählt von W.O.von Horn, Verfasser der Spinnstube
Entstehung
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zuerſt etwas Anderes ſagen. Wie in der Erde tief, ſehr tief gegen den Mittelpunkt der ungeheuern Erd⸗ kugel flüſſiges Feuer iſt, welches durch die Schlünde

der feuerſpeienden Berge zu Tage kommt und als glü⸗

hende, ſpäter erkaltende Lava an den feuerſpeienden Bergen herabfließt, ſo befindet ſich auch Waſſer in der Erde in großen Tiefen und zwar in ungeheuren An⸗ häufungen, ja ſelbſt in fließenden Strömen. Bohrt man mit Erdbohrern in die Tiefe in dem dazu geeigneten Erdreich, ſo ſtrömt, wie ich oben an dem Beiſpiel der Salzquelle von Nauheim gezeigt habe, das Waſſer fort⸗ während in ungeheurer Menge heraus, was auf einen unermeßlichen Vorrath deſſelben in der Tiefe zu ſchlie⸗

ßen geſtattet. Manchmal muß man ſelbſt vierzehn bis

fünfzehn Hundert Fuß tief bohren, ehe man es findet. Es liegt alſo hier der Oberfläche näher, dort tiefer im Schoße der Erde, wie das Erdfeuer auch hier weit hinab in der Tiefe glüht, dort, wie z. B. bei den feuer⸗ ſpeienden Bergen, der Oberfläche näher zu ſein ſcheint.

In vielen Erdhöhlen, wie man ſie in den Kalkſtein⸗

gebirgen antrifft, hört man in grauenvoller Tiefe ein wildes Brauſen unterirdiſcher Gewäſſer, ja in einem Bergwerke fährt man in einem Kahne eine bedeutende Strecke unter der Erde fort, bis man an einer Stelle wieder anlangt, wo das Geſtein ausgehauen iſt, daß man wieder ausſteigen kann. Irre ich nicht, ſo iſt das in dem Steinſalzbergwerke zu Wieliczka. Woher der Strom kommt und wohin er gehet, weiß kein Menſch. Trifft es ſich nun, daß dieß unterirdiſche Gewäſſer mit dem Feuer der Erde in Berührung kommt, ſo geht e raſch in Dampf auf, wie wir das in jeder Küche ſelbſt probiren können, wenn wir Waſſer auf erhitzte Platten Horn Liſſabon. 2

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