daran. In der Nacht des 29. Juli letzthin aber, kurz nach dem auch dort heftigen Erdbeben, hörten die Be⸗ wohner von Nauheim ein ſeltſames, ihnen unerklärli⸗ ches Brauſen und Rauſchen. Als ſie endlich mit La⸗ ternen ſich dem Orte näherten, wo das Rauſchen herkam, da zeigte ſich ihren erſtaunten Blicken ein wunderbares Schauſpiel. Aus dem ſechs Zolle weiten ehemaligen Bohrloche brauſte, ſo weit das Loch war, ein mächti⸗ ger Waſſerſtrahl hoch über die Erde hinaus, ein na⸗ türlicher Springbrunnen, und als man das Waſſer unterſuchte, fand ſich eine ſehr reiche Salzauelle, deren Waſſer einen bedeutenden Grad von Wärme hatte, für den berühmten Badeort ein unſchätzbarer Gewinn, und dieſer neue Kurgaſt war dort willkommener, als ein ganzes Dutzend anderer.
Wie aber ſoll dieß zugegangen ſein? fragte Jemand aus der Geſellſchaft.
Anders iſt es nicht zu erklären, erwiederte Herr Weiher, als daß das Geſtein, unter welchem das Salz⸗ waſſer ſich in der Tiefe verbarg und welches der Erd⸗ bohrer nicht erreicht hatte, ſich durch das Erdbeben verſchob und in dieſer Weiſe die Quelle einen Zug nach dem Bohrloche gewann, aus dem ſie ſeitdem mit gleicher Kraft, Wärme und Fülle herausbricht.
Die einzelnen Stöße der Erdbeben ſind meiſt ſehr kurz und ſelten dauern ſie länger, als ein paar Se⸗ kunden oder eine Minute; aber ſie wiederholen ſich öfter und werden ſo ungemein verderblich und zerſtörend für die Werke der Menſchenhand und das Menſchenle⸗ ben ſelbſt.
Komme ich nun auf die vermuthliche Urſache ſol⸗ cher Erdbeben, fuhr Weiher fort, ſo muß ich Euch noch


