Bohren endlich
den Berge, wie es wohl in Sicilien, Calabrien und
in Südamerika geſchieht. Freilich— wir wiſſen nicht, wie es Gott fügt, da bei dem Erdbeben in Liſſabon, wo doch auch kein feuerſpeiender Berg in der Nähe iſt, ſolche Erſcheinungen nicht fehlten. Item, wir wollen einſtweilen ruhig dem Herrn vertrauen und uns damit tröſten, daß da ſeit unvordenklichen Zeiten im lieben Rheinlande und auch im weiten, theuern, deutſchen
Vaterlande ſo etwas nicht vorkam, wir's ja wohl auch
nicht erleben werden.
Was ſo bei und mit den Erdbeben in minderem oder größerem Maße vorkommt, wiſſen wir, ſeit wir den 29. Juli dieſes Jahres erlebt haben, aus eigner Erfahrung, nämlich die zitternde Bewegung des Bo⸗ dens, die freilich ſich ſo ſteigern kann, daß die Glocken in den Thürmen von ſelbſt läuten, ja daß Städte ein⸗ ſtürzen, wie einſt die Stadt Liſſabon, die Stadt Meſ⸗ ſina in Sicilien und die Stadt Carraccas in Amerika und viele Andere, und das raſſelnde, oft donnerähn⸗ liche Getöſe, welches wir gehört haben; allein häufig verſiegen auch Brunnen und Quellen und kehren oft erſt nach langer Zeit wieder in ihre Stelle zurück; aber es kann auch der Fall eintreten, daß durch die Verſchiebung der Geſteine im Innern der Erde neue Quellen entſtehen. So will ich Euch eine allerneueſte Thatſache erzählen, wie ſie aus dem bekannten Sool— bad Nauheim bei Friedberg in der Wetterau gemeldet. wird. Dort hatte man vor mehreren Jahren ver⸗ mittelſt eines Erdbohrers nach einer neuen Salz⸗ quelle tief in die Erde hinab gebohrt, aber eine ſolche nicht gefunden; daher wurde denn auch das ingeſtellt und Niemand dachte mehr
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