tens, in dem ich ſaß. Plötzlich rauſcht's in den Blättern der Bäume, als fahre der Hauch des Windes durch ſie hin. Die Vögel, die dort ihre Ruheſtätte gefunden, flattern, ängſtlich ſchreiend, aus dem rauſchenden Laube. Die Erde bewegt ſich deutlich fühlbar, mehrmals unter meinen Füßen und ein Getöſe erfüllt die Luft, als ob ein ſchwer mit Eiſen beladener Wagen über das Stra⸗ ßenpflaſter rolle. Die Fenſterſcheiben des Hauſes klirren, und: Was iſt das? rufen angſtvoll die, welche um
mich ſaßen, meine Frau und einige Freunde. Ein Erd⸗
beben! antwortete ich, aber ich wilbs nicht leugnen, daß meine Bruſt beengt war und ein unausſprechliches Gefühl mich bewegte; daß meine Stimme dabei bebte vor innerer Erregung.—
Es war das erſte und einzige Erdbeben, welches ich bis heute erlebt habe, und ſeitdem verſtehe ich Eſt, was das Wort ſagen will; kann mir das furchtbare Ereigniß denken, und begreife die Schrecken, die es in die hülfloſe Menſchenſeele hineinträgt. Es war eben eine Reihe von Tagen ſpäter, als ein Kreis be⸗ freundeter Menſchen ſich in dem Hauſe eines hochge⸗ achteten Mannes verſammelt hatte zu freundſchaftlicher Unterhaltung. Der alte Weiher war ein Mann von großem Wiſſen und Erkennen; er hatte die Welt in weiten Strecken und Kreiſen geſehen, viel erfahren und erlebt, noch mehr ſtudirt und geleſen, und hatte dabei die liebenswürdige Eigenſchaft, daß er aus ſeinem Schatze Altes und Neues gerne mittheilte; insbeſondre beſaß er die Gabe angenehm zu erzählen und wußte eine erſtaunliche Menge ſchöner, unterhaltender und lehrreicher Geſchichten. Saßen wir bei ihm in ſeinem
ſchönen Garten in den Sommertagen oder um den
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