An einem Morgen des Oktobers 1810 kam der Prior Ambroſius aus dem Weinberg in den Kloſterhof mit gar freundlichem Lächeln gegangen. Alsbald verſammelten ſich die Bru⸗ der im großen Kapitelſaale, und Ambroſius trat
mitten unter ſie mit ſeiner freundlichen Miene,
und ſeine Hand hob eine purpurgeſprenkelte Traube von ſeltener Größe und Schönheit hoch empor. Die Brüder alle lächelten eben ſo freundlich, und der Pater Schaffner fragte? „Soll ich?“—„Ja, mein Bruder!“ entgeg⸗ nete ihm der Prior.
Fener gieng hierauf eilig fort, und Am⸗ broſius zu den Bruͤdern gewendet, ſagte mit dem Ausdruck inniger Ruͤhrung, wobei ſeine Haͤnde wie zum Gebet ſich falteten:„So ſchenkt uns denn der Himmel wieder eine Weinleſe auf Erden, da Gottes Sonne Acht⸗ zigmal ſchon die Trauben gefärbt hat, ſeit ich hienieden pilgre. Dank ſey dem Geber alles Gu⸗ ten fuͤr die Gnade, die er dem Unwuͤrdigen
verleiht; und moͤchten eben ſo erfreulich alle
Fruͤchte im Weinberg des Herrn reifen, wenn
wit längſt eingegangen ſind, zu unſtes Hei⸗ 2


