Teil eines Werkes 
1. Band (1874) Das Gespenst / von Hermann Oelschläger
Entstehung
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Konrad ſchien den pikirten Ton, mit welchem ſeine Freundin dieſe Frage an ihn gerichtet hatte, voll⸗ ſtändig zu überhören.

Nein, entgegnete er zerſtreut,ich denke nach.

Mein Gott, rief Gertrud unwillig,in einem Augenblicke, da ich ſelbſt lauter Glück und Empfin⸗ dung und Seligkeit bin, hat dieſer Menſch die Ruhe, zu überlegen und nachzudenken. Und wenn man fragen darf, was beſchäftigt denn Deinen Geiſt ſo angelegent⸗ ich, daß Du mich jetzt auf dem Wege zur Verlobung ſo langweilig neben Dir herlaufen läſſeſt, als gehöre ich gar nicht zu Dir?

Ich denke über die Rede nach, welche ich vor Deinem Vater halten will, um Dich anzuhalten, liebe Gertrud.

Gertrud lachte hell auf. Dann ſchlang ſie ihren Arm um den Geliebten.

Gib Dir weiter keine Mühe, ſagte ſie zärtlich. Ich habe zum Herzen meines guten Vaters ſchon tauſendmal beſſer geſprochen, als Du nimm mir's nicht übel beim beſten Willen das vermöchteſt. Sprich, wie Du denkſt und was Dir der ſchöne Au⸗ genblick eingibt. Du wirſt meinen Vater voll Güte finden, und hinter der Thür harre ich ſeines Rufes.

Aber auch dieſe tröſtliche Verſicherung vermochte