Teil eines Werkes 
1. Band (1874) Das Gespenst / von Hermann Oelschläger
Entstehung
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ſeit ſeinem Scheiden noch nicht ein einziges Mal Nach⸗ richt von ſich gegeben, und Agathe war im höchſten Grade um ihn beſorgt. Bei den ſchweren und unſi⸗ chern Zeitläuften konnte ihm leicht genug etwas Men⸗ liches zugeſtoßen ſein, und auch der ſonſt immer zu⸗ verſichtliche Konrad war täglich mehr in Verlegenheit, für die immer angſtvolleren Fragen ſeiner Schweſter eine geeignete und wirklich Troſt bietende Antwort zu finden.

Darum auch ergriff er jede Gelegenheit, ſie aus dem trüben Einerlei des Lebens herauszuziehen, und darum auch hatte er ſie heute aufgefordert, mit den andern Menſchen auf die Straße zu gehen. Sie hatte ſich lange geſträubt und zuletzt doch den Zureden Ger⸗ trud's nachgegeben. Die Kinder waren bei einer Nach⸗ barin, einer alten Frau, welche ihre Stube nicht mehr verließ, untergebracht. Nun ſtanden ſie alle drei dem Biſchofshofe gegenüber auf den Treppenſtufen eines Hauſes. Sie konnten hier bequem über die Köpfe der dichtgedrängten Menge hinwegſehen und nichts Be⸗ merkenwerthes entging ihren ſpähenden Augen.

Die Siegeszeichen, von hellem Jubel begrüßt, waren ſchon vorübergetragen worden, auch die Gefan⸗ genen waren ſchon vorübergezogen, abgeriſſen und mit düſteren Blicken, nun bogen die Spielleute mit ſchmet⸗

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