Teil eines Werkes 
1. Band (1874) Das Gespenst / von Hermann Oelschläger
Entstehung
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kleine Geſtalt ſtreckend, nach dem Grund ſolch neuen Tumultes geforſcht. Wie aber Männer und Weiber erſchrocken zur Seite wichen, dem heranſtürmenden Pferde Raum zu geben, erhielt Fellner's Aufmerkſam⸗ keit jäh eine andere Richtung und zwar eine von der unerfreulichſten Art. Denn mitten aus dem Tunult und Wirrwarr, den namentlich die aufkreiſchenden Weiber erheblich zu ſteigern bemüht geweſen waren, hatte er eine Stimme erkannt, deren Lieblichkeit ihm nur zu vertraut war und deren ſüßer Klang ihm ſelbſt mit⸗ ten im grauenhafteſten Kriegs⸗ und Schlachtengetümmel nicht entgangen wäre. Das Blut ſchoß ihm ſiedend zum Herzen, der ganze Tumult, die tobende Volks⸗ menge, der herangaloppirende Reiter, Alles war ver⸗ geſſen, ſein gunzer reichsſtädtiſcher Patriotismus, der ſich eben noch ſo breit und lärmend gemacht hatte, war in nichts verflogen vor dem einen, einen Klang, der ihm noch im Ohre zitterte. Und zugleich war es nicht ein Ton der Freude, nein, ein Ruf der Angſt geweſen, den er aus der drängenden Menge gehört, ein Ruf um Hülfe, und er ſtand hier, machtlos einge⸗ keilt, ſelbſt kaum Herr ſeiner eigenen Glieder. Vergebens ſuchte er ſeine kleine Geſtalt nur um einen Finger breit noch höher zu ſtrecken; trotz der fieberhafteſten Anſtrengung ſeiner Muskeln hatte er nur