Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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wenn ich heute nochmals von einer Angelegenheit ſpreche, die Ihnen zwar, ſo lebhaft ich das bedaure, unlieb iſt, von der ich aber das Wohl und Wehe meines Lebens abhängig zu machen entſchloſſen bin. Sie wiſſen, ich ſpreche von Ihrer Nichte Dora.

Doctor Anſelmus wollte erſt aufbrauſen, aber er hielt an ſich und begriff die Nothwendigkeit, heute höflicher aufzutreten als das letzte Mal. Er ſagte:

Ich beklage, daß Sie, wenn Sie auf dieſem Thema beharren, Anlaß zu einer Discuſſion geben, deren Schluß nach keiner Seite hin ein erfreulicher ſein kann. Ich wiederhole Ihnen: Sie müſſen darauf verzichten, Dora von mir zu Ihrem Weibe zu erbitten.

Aber um des Himmels Willen, rief Heinrich⸗ was haben Sie denn gegen mich und meine Perſon?

Doctor Anſelmus zuckte ausweichend mit den Achſeln.

Daß ich, fuhr Heinrich fort,die Abſicht hatte, Kloſtergeiſtlicher zu werden, kann Ihnen, Herr Doctor, doch kein Stein des Anſtoßes ſein; daß mich eine hef⸗ tige Leidenſchaft für Dora erfaßte, nachdem ich ihr Ge⸗ ſchlecht entdeckt, beweiſt, daß mein Entſchluß, der Welt zu entſagen, jugendlich unbedacht war; daß ich alsbald den Vorſatz faßte, zu fliehen, werden Sie begreiflich finden, ja, Sie würden als junger Mann, das Herz

von einer wahren, heißen Liebe durchglüht, auch nicht Oelſchläger, Wunderliche Leute. III. 11