160 des Abends vollkommen vergaß, ſeiner Nichte gegen⸗ über auch nur ein Wort noch über Heinrich's Hei⸗ rathsantrag zu verlieren. Ja, es verging der erſte es verging der zweite, es kam der dritte Tag, und Heinrich's wurde zwiſchen Onkel und Nichte mit keiner Silbe erwähnt. Dafür arbeitete und ſchrieb Doctor Anſelmus ununterbrochen, und wenn er aufrichtig ſein wollte, ſo hatte er das gedeihliche Wachſen des Buches ſicher weniger dem Ziegelſtein als dem darunter lie⸗ genden Contracte zuzuſchreiben.
Am dritten Tage, pünktlich, wie er vorausgeſagt, erſchien Heinrich und es war dem Doctor Anſelmus angenehm, ſeine Nichte im Nebenzimmer zu wiſſen.
„Hier iſt der Contract“ ſagte er, Heinrich entgegen⸗ »tretend.
„Schon unterzeichnet?“
„Schon unterzeichnet.“
„Ich gratulire.“
„Danke.“
Doctor Anſelmus ſchien keine große Luſt zur Fort⸗ ſetzung des Geſprächs zu haben, Heinrich aber bezeigte noch weniger Verlangen zu gehen. Er nahm gelaſſen auf einem Stuhle Platz, den ihm Doctor Anſelmus diesmal nicht angeboten hatte, und ſagte:
„Sie werden es begreiflich und verzeihlich finden,


