Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

159 was mich beſtändig krank und nervös ſein ließ, war nur der Zweifel, die innere Unruhe, der Unglaube. Wie lange iſt es nicht ſchon, daß ich durch kein Buch mehr die Aufmerkſamkeit auf mich zog! Mußte man nicht das Feuer meines Geiſtes erloſchen, die Quellen meiner Schöpfungskraft verſiegt mein Talent zu Grunde gegangen glauben? Quälten mich nicht ſchon im Traume die ſchadenfrohen Geſichter meiner Feinde? Verfolgte mich nicht ſchon das Hohngelächter des urtheilsloſen Hau⸗ fens? Ja, mußte ich mich nicht ſchon halb vergeſſen meinen? Mußte ich mich darum nicht mit bangen Zwei⸗ feln zermartern und im voraus ſchon über den Erfolg des Buches abhärmen, das ich ſchreiben wollte? Nun aber iſt Alles gewonnen, ich bin geehrt, geſucht, nun will ich ein Buch ſchreiben, das ſeinesgleichen nicht hat.

Nach einer Weile unterbrach er ſich und ſagte zu Dora:

Eigentlich iſt es verdrießlich und unangenehm, daß dieſer Herr Heinrich mir eine ſolche Aufmerkſamkeit er⸗ weiſen zu müſſen glaubte. Er wird meinen, mich da⸗ durch verpflichtet zu haben. Er irrt ſich doch wir werden ja ſehen.

Nach dieſer Abſchweifung kehrte er wieder zu ſei⸗ nem Buche zurück, welches ihn ſo ſehr beſchäftigte und ſeinen Geiſt ſo gefangen hielt, daß er ſelbſt im Laufe