Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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26 Geſpräch mit ihr eigentlich im Auge gehabt habe; nur eins erfüllte ſie mit unendlicher Beſchämung, mit un⸗ endlichem Schmerz: daß ſie ſich hatte hinreißen laſſen, ihrem Oheim eine Neigung einzugeſtehen, die ſie ſelbſt faſt noch unbewußt in ſich getragen und die als hoff⸗ nungslos und ziellos von Anfang an ſie ſich ſelbſt eigentlich nur im Traum bekannt hatte.

Da ſtürzte Doctor Anſelmus außer ſich in ihr Zimmer.

Er verbot ihr zu weinen.

Willſt Du mich verrückt machen? rief er.

Ein erneuter Thränenſtrom war die Antwort ſeiner Nichte.

Du ahnſt nicht fuhr er fort,wie ich die Thränen haſſe! Und gar die Weiberthränen! Ueber was weinſt Du? Haſt Du einen vernünftigen Grund zum Weinen? Nein, gar nicht, durchaus nicht. Weine lieber über mich, den Du wie mit Abſicht ſo unglücklich, ſo elend machſt, den Du rückſichtslos aus einer Aufregung in die andere wirfſt, den Du krank ärgerſt, den Du um ſeine Ruhe, um ſeinen Frieden, um Alles bringſt. O, rief er, die Hände ringend,es iſt entſetzlich zu denken! Mit welchen Hoffnungen, mit welchen Erwartungen kam ich hierher, in die Stille dieſes gottgeweihten Klo⸗ ſters, und nun, wo bleibt die Erzählung, die ich ſchrei⸗