Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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war, wie ſie ſein allzu empfindliches Nervenſyſtem ſchon ſeit langem nicht mehr erfahren. Er hätte am liebſten Alles, was er um ſich ſah und wie'es ihm gerade in die Hände gekommen wäre, kurz und klein geſchlagen. Er hätte ſich zu Hauſe dieſe etwas gewaltſame Herzens⸗ erleichterung auch gewiß verſchafft, hier war es ledig⸗ lich die Heiligkeit des Ortes, die ihn von ſolchem ver⸗ werflichen Thun abhielt und die dem unſaglichen Jam⸗ mer und Schmerzgefühl, das ſeine Bruſt durchtobte, wenigſtens nach außen einen Zügel anlegte.

Das, was er nach ſeiner empfindlichen Art am meiſten ſcheute, war, ſich vor ſeiner Nichte lächerlich gemacht zu haben; und doch hätte er gerade darüber am meiſten beruhigt ſein können. Denn Dora, die in ihrer erſten Betäubung ſich über ihr Bett geworfen hatte, deſſen Kiſſen ſie reichlich mit Thränen benetzte dachte noch nicht im geringſten darüber nach, durch was ſie ihren Oheim wohl ſo tief und ſchwer gereizt haben konnte, daß er ſie rauh und ungeſtüm von ſich ſtoßen und ſie mit Scheltworten überhäufen durfte, die ſeiner gewöhnlichen Art zu ſein ebenſo ſehr entgegen⸗ ſtanden, wie ſeine frühern Schmeicheleien. Er hatte ſie eine liſtige Schlange, eine Heuchlerin genannt, das kümmerte ſie jetzt noch nicht, ſie ſann gar nicht darüber nach, welchen Zweck Doctor Anſelmus in dem letzten