Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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hatte er ihr in das Herz, in den tiefſten Grund ihres Herzens geſehen? Hatte er mehr errathen, als ſie ſelbſt noch bis zu dieſer Stunde ſich zu geſtehen den Muth gehabt hatte? Er konnte doch nur eins im Sinne haben. Wollte er nun rettend und helfend eingreifen?

Aber Doctor Anſelmus wartete auf die Antwort.

Ja, preßte ſie mühſam hervor, den Blick zu Bo⸗ den geſenkt.

Hm, hm ſtieß ihr Oheim heraus und ſein dunkles Auge flammte in wunderſamem Glanze auf. Dann trat er auf ſeine Nichte zu, faßte ihre vielgeprieſene Hand und fragte, ſelbſt klopfenden Herzens und bemüht, ſeine Stimme zum trauten Flüſtern herabzudämpfen:

Und, Dora, wie würde dieſer Mann heißen?

Du weißt es ja, antwortete Dora ängſtlich.

Nun?

Da barg Dora ihr erglühendes Haupt an der Bruſt des Mannes, der ihr bisher Vormund, Oheim, Vater, Alles geweſen war, und hauchte kaum hörbar:

Heinrich.

Es iſt eine bedauerliche Thatſache, daß Doctor Anſelmus in dieſem Augenblicke nicht vom Schlage gerührt worden iſt. Die meiſten der verehrten Leſer werden nichts Geringeres als dies erwartet haben, und es iſt immer mißlich für den Erzähler, der an die ein⸗