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dieſer Mann ſchon Stunden durchlitten, in denen er jede Freude am künftigen Leben verſchworen hatte, in denen er ſich als der unglückſeligſte, jammervollſte aller Menſchen erſchienen, in denen er alſo ganz geknickt, ganz gebeugt, ganz gebrochen eine gewiſſe Schwäche gezeigt?“
Dora's Herz ſchlug faſt hörbar, ein Erſchrecken war
über ſie gekommen, daß ihr die Kniee zitterten. Ahnte
Doctor Anſelmus das Geheimniß ihres Herzens? „Ja“, antwortete ſie wieder auf ſeine Frage, aber etwas leiſer als das erſte Mal. „Hm“ brummte Doctor Anſelmus, ſehr zufrieden⸗ geſtellt durch die Bewegung, welche ſich ſeiner Nichte zu bemächtigen begann und die ſeinem Scharfblicke
nicht entgangen war.
Er blieb zum dritten Male vor ihr ſtehen.
„Und dürfte“, ſagte er,„dieſer Mann früher ſogar den Wunſch geäußert haben, einſt in einem Kloſter ſterben zu können? Dürfte er alſo ſchon dem äußerſten Grad der Verzweiflung und der Hoffnungsloſigkeit hin⸗ gegeben geweſen ſein? Würdeſt Du Nachſicht übend ihn trotzdem für einen Mann halten, reich genug an Kraft, um Dich an ihn in den Stürmen des Lebens
ſicher lehnen zu können?“
Diesmal drohten Dora die Sinne zu vergehen;


