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„Ja, die ſchöne Italienerin, die draußen im Gange
hängt. Wenn Du den Strauß als Zoll Deiner Ver⸗
ehrung hinter das Bild jener Schönheit geſteckt und vielleicht des Nachts eine Lampe vor demſelben ange⸗
zündet hätteſt, ah, darüber hätte mich kein Erſtaunen
erfaßt; aber ich, Onkelchen, wie verdiene ich, Deine Nichte, eine ſolche Aufmerkſamkeit?“
Dora ſah reizend aus, wie ſie ihren Oheim in ſolcher Weiſe apoſtrophirte.
„Wie kommſt Du“, fragte dieſer verwirrt,„auf die Italienerin?“
„Meinſt Du, ich hätte vorgeſtern nicht bemerkt, wie Du noch ſpät des Nachts auf den Corridor ſchlichſt? Geſtern werde ich es verſchlafen haben, aber heute— warte, Onkelchen, Dich in ein Bild zu verlieben!“
Es geht gut, dachte Doctor Anſelmus, ſie wird eiferſüchtig.
„Es iſt nur ſchade“ lachte Dora,„daß Du immer zu ſpät kommſt. Diesmal biſt Du gerade dreihundert Jahre zu ſpät auf die Welt gekommen.“
Die Miene des Doctor Anſelmus verfinſterte ſich.
„Es iſt unrecht“ ſagte er ſchwermüthig,„daß Du mich in dem Augenblicke, da ich Dir eine kleine Freude zu bereiten ſuche, an meinen ſchwerſten Kummer er⸗ innerſt.“


