Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Da ließ mich Marion los und ſich abwendend verhüllte ſie ihr ſchluchzendes Antlitz mit beiden Händen.

Wie ich nach Hauſe kam, weiß ich nicht mehr.

Die nächſten Tage verließ ich meine Wohnung nicht, mir war zum Sterben weh, all mein Denken, all mein Empfinden war gebrochen und ich ſchleppte nur das dumpfe Gefühl mit mir herum, daß mich ein ſchweres, ſchweres Unglück betroffen habe.

Wenn die Nacht hereingebrochen war, ſchlich ich mich wie ein Verbrecher auf die Straße und nach dem Hauſe, wo Marion wohnte. Auf dem Theaterzettel ſtand ſie als krank gemeldet, aber ihre Fenſter waren erleuchtet und ich ſah auch ihren Schatten hin und her ſchwe⸗ ben. Wenn das Licht erloſchen war, trat ich durch die nachtbedeckten Straßen der Stadt meine Jrrwanderun⸗ gen an, von denen ich oft erſt mit dem Morgengrauen nach Hauſe kam.

So ward ich denn wirklich krank und fiel in ein hitziges Fieber. Zur ſelben Zeit traf mich, wie ich ſchon erzählt habe, die Unglücksnachricht von dem Tode meines Bruders. Meine Mutter eilte nach deſſen Be⸗ erdigung an mein Krankenbette, wir hatten uns beide zu tröſten. Die gute Frau errieth mehr, als ich ihr erzählte. Ich habe Ihnen ſchon mitgetheilt, wie in