Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Ich wuße nicht mehr, was ich ſagen ſollte. Und gerade das, was mich am meiſten der Verzweiflung nahe bringen wollte, war die Ruhe und Sicherheit, mit welcher Marion ihre Einwände vorbrachte und aus der ich am erſten erkennen mußte, wie feſt und unbeug⸗ ſam ihre Anſichten ihr in der Bruſt wurzelten.

Einen letzten Verſuch wollte ich noch wagen.

Ich griff in die Taſche und holte den Brief meiner Mutter heraus, den ich zu mir geſteckt hatte. Sie ſollte ihn leſen und erfahren, welches Opfer ich, welches noch größere meine Mutter gebracht habe, ihr zu Liebe. Das mußte ſie erweichen, mußte ſie rühren.

Mit wenigen einleitenden Worten ſetzte ich ihr das Verhältniß, in welchem ich zu meiner Mutter ſtand, und die Wünſche und Hoffnungen, welche dieſe auf mich geſetzt hatte, auseinander, dann gab ich ihr den Brief.

Mit ſteigender Verwunderung hatte ſie mich ange⸗ hört, wortlos griff ſie nach dem Schreiben und las.

Als ſie geendet, ließ ſie die Hand mit dem Blatte in ihren Schooß ſinken und ſagte:

Wie gut! Wie ſchön!

Eine Thräne leuchtete in ihrem blauen Auge, dann nahm ſie den Brief wieder auf und blickte hinein, wie wenn ſie ihn nochmals leſen wolle. Ich begann zu hoffen; ſie hatte der Innigkeit, der ſchmerzlichen Ent⸗