Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Marion zu den Anſchauungen und Anſichten hatte kommen können, die ſie vorhin entwickelt hatte.

Ich blickte eine Weile vor mich hin, dann raffte ich mich in dem Bewußtſein, daß ich den Kampf, deſſen Entſcheidung dieſer Stunde vorbehalten war, noch nicht aufgeben dürfe, wieder zuſammen und ſagte:

Ich will zugeben, daß Du, indem Du mir die Hand für das Leben reichſt, ein Ofper bringſt. Aber iſt es nicht gerade die Liebe, deren Hoheit vor keinem Opfer zurückſcheut und ſich vielmehr zu Opfern drängt, nur um unwiderleglich für ſich zu zeugen?

Du haſt Recht, Heinrich. Und Du ſelbſt darfſt und wirſt nicht daran zweifeln, daß ich lächelnd und heiter das ſchwerſte Opfer bringen würde, wenn ich dadurch das Glück unſerer Liebe, wenn ich dadurch

Dein Glück, Deine Liebe retten könnte. Aber werde

ich das, indem ich der Bühne entſage und Dir folge? Nein. Einem kurzen goldumſponnenen Traum würde die ſchrecklichſte Enttäuſchung folgen und was Du heute als ein Opfer von mir anerkennen würdeſt, müßteſt Du in Betracht meiner Natur, meiner Art zu ſein, zu denken, zu fühlen, zu lieben, über kurz oder lang einen Frevel nennen. Ich kann nur in der Freiheit leben, nur in der Freiheit lieben.

Ich ſtand auf und preßte meine Hand an die heiße, glühende Stirne.