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ſich meine Mutter mit meinem Vater, dem ſie von Herzen gut war, mit dem ſie aber doch auch nur einige Jahre lebte. Dann trennten ſich die beiden Gatten freiwillig und meine Mutter zog mit mir und meiner jüngern Schweſter nach Ungarn, während mein Vater in Wien zurückblieb. Es war die Vereinbarung getroffen, daß wir Kinder alle Jahre mindeſtens zwei Monate in Wien leben ſollten; unſer Vater wollte uns ſehen, wollte uns bei ſich haben. Da kam es denn häufig vor, ja es ward zur Regel, daß die Mutter uns begleitete und während unſeres Aufenthalts in Wien mit uns beim Vater Wohnung nahm. Denn nun ereignete ſich das Seltſame, daß die beiden Ehe⸗ gatten wieder auf das Beſte mit einander verkehrten; ſie gingen in ihrer Zärtlichkeit und Aufmerkſamkeit für einander ſo weit, daß man ſie hätte für Braut⸗ leute halten können. War aber die beſtimmte Zeit um, ſo trennten ſie ſich wieder, nicht ohne Bedauern, ſo raſch ſchon wieder ſcheiden zu müſſen. Das iſt eine Ehe.“
Ich hatte die Erzählung Marion's ſchweigend an⸗ gehört; als ſie zu Ende war, zuckte ich mit den Ach⸗ ſeln. Ein Gefühl der Rückſicht hinderte mich, meine WMeeinung über das, was ich eben gehört hatte, auszu⸗ ſprechen. Aber es begann mir klar zu werden, wie


