Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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als Antwort aus dem Leben meiner Mutter erzählen, deren Art zu ſein vollſtändig auf mich übergangen, ja in mir vielleicht noch ausgeprägter und ſchärfer iſt als in jener. Sie war, wie ich Dir ſchon geſagt zu haben glaube, in ihrer Jugend Tänzerin an einem Wiener Theater. Sie lernte damals einen jungen Schriftſteller kennen, dem ſie ihre Liebe ſchenkte. Sie ſpricht von jener Zeit heute noch als von der glücklich⸗ ſten Zeit ihres Lebens, der junge Poet war ihre erſte, ihre heißeſte, ihre ſchönſte Liebe. Da fiel jenem ein, meine Mutter heirathen zu wollen, und ſie verlobte ſich mit ihm. Damit war der roſige, hoffnungsreiche Traum geendet. In dem Maße, als ihr künftiger Gatte das Gebiet ſeiner Rechte auf ſie beſtändig zu vergrößern ſuchte, in dem Maße, als er mit Eiferſüchteleien und Rechthabereien ſie peinigte und quälte, in demſelben Maße erkaltete die Liebe meiner Mutter zu ihm. Er mag es auch toll getrieben haben, denn ſpäter, wenn ſie von ihm erzählte, nannte ſie ihn ſcherzweiſe nie anders als ihren verrückten Doctor. Nun, die Span⸗ nung zwiſchen beiden wurde immer größer, die Gereizt⸗ heit auf der einen, die Erkältung auf der andern Seite wurde immer unleugbarer es blieb zuletzt nichts übrig, als das Verhältniß aufzuheben und das Verlöb⸗ niß als ungeſchehen zu betrachten. Später verheirathete