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weil ſie Tugend heißt und als ſolche von mir gefordert wird. Anders iſt es in jenen Kreiſen, von denen Du eben ſprachſt. An der Hand des Mannes, der mich in dieſelben einführte, tauſchte ich nur Bühne gegen Bühne, Komödie gegen Komödie aus. Oder iſt es etwas An⸗ deres als Komödie, was dort geſpielt wird? Dieſe rauſchenden, prunkvollen Verhältniſſe, die nichts ver⸗ ſagen und Alles gewähren, würden einen unendlichen Reiz auf mich ausüben; was ich ſo oft vor den Oel⸗ lampen dargeſtellt, würde ich in glänzenden Sälen nun wirklich ſein, und nur für die Außenwelt ſichtbar, für uns ſelbſt kaum fühlbar würde die Feſſel ſein, welche die Ehe um uns ſchlägt.“
„Denkſt Du von dieſer ſo niedrig?“ fragte ich dumpf.
„Man ſoll“, entgegnete ſie,„freilich nicht alle Ver⸗ hältniſſe aus ſich heraus beurtheilen— genug, mir ſcheint, mir iſt die Ehe ein Grab der Liebe. Die Liebe iſt immer eine Feſſel, doch wer läßt ſich von ihr nicht gern in Bande ſchlagen? Unerträglich und ſchwer⸗ laſtend können aber ſelbſt Roſenketten werden, wenn man ſie nicht mehr abzuſtreifen vermag, wenn man ſie tragen muß, während zum Spielzeug die Eiſenringe werden, die man abzuwerfen die Freiheit hat, wann man mag. Und iſt nicht die Freiheit Luft, Licht und


