Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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ging.Muß ich es Dir denn immer aufs neue ſagen? Ich liebe Dich ſo ſehr, ſo innig, ſo mächtig, als ich nur zu lieben vermag, aber Dein Weib, nein, Dein Weib kann ich nicht werden.

Warum nicht? Weshalb nicht?

Ich liebe Dich zu ſehr, ich will Dich nicht unglück⸗ lich machen.

Du mich? O Marion, Deine Hand kann nur Glück, nur unendliches Glück bringen.

Nein, denn ich kann nur lieben, wann ich will nicht wann ich ſoll. In der Ehe ſoll ich lieben. Meine Liebe aber muß der Freiheit die Hand reichen, in deren Hauch allein ich zu leben vermag; an dem Tage, an welchem ich vor den Altar treten würde, müßte ich meine Liebe begraben. Jedes Wort der Pflicht, das der Prieſter ſpräche, würde meine Natur ſich aufbäu⸗ men machen und ich würde lieber lebenslang jedes Wort der Zärtlichkeit feſt in mich verſchließen, ehe ich es hingeben könnte da, wo ein Anderer ein Recht darauf zu haben glaubte. Meine Liebe muß ein Ge⸗ ſchenk ſein, das ich freiwillig und mit aller Fülle ſpende, offen vor der Welt oder verborgen in ſüßem Geheimniß, aber immer und jede Stunde aus neuem freien Entſchluß. Sobald ſie mir Pflicht wäre, würde ſie mich tödten, wenn nicht ich ſie zuerſt vernichtete.