Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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natürlich immer ſo vortrefflich als nur denkbar erſcheint, ſo geräth man in eine ſchiefe Stellung zum Publikum, deſſen Beifall man ungenügend und beſtochen und deſſen Urtheilsloſigkeit man über alle Begriffe groß findet. Man wird eiferſüchtig auf den Applaus, welcher die übrigen Mitſpielenden auszeichnet, und wittert eine In⸗ trigue, irgend eine Bosheit dahinter, welche eine ſolche Ungerechtigkeit möglich gemacht hat. Dazu kommt noch eine Art von Schamgefühl, die den unglücklichen Ver⸗ liebten hindert, ſich ſelbſt an jenen Beifallsbezeigungen zu betheiligen, die er doch ſo lebhaft herbeiwünſcht. Er glaubt ſich von aller Welt beobachtet und fürchtet der eigene Verräther ſeiner zarten Empfindung zu ſein. In ſeiner übertriebenen Aengſtlichkeit verſagt er ſich

ſelbſt die Freude, jenen Grad von Theilnahme durch

Klatſchen oder Bravorufen zu zeigen, welchen jeder Theaterbeſucher für ſein Eintrittsgeld in der unbefan⸗ genſten Weiſe zu zeigen berechtigt iſt, und gewinnt durch ſeinen Theaterbeſuch im glücklichſten Fälle nichts als die Gelegenheit, die ganze Leiter von allen mögli⸗ chen Foltern, Qualen und peinlichen Situationen zu durchlaufen.

Dieſem Stadium nun war ich Marion gegenüber ziemlich nahe. Ich war nicht verliebt, wenn man mit dem Begriff der Liebe die Sehnſucht und den Wunſch