Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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ſichts nicht ſtörend wirkte. Das Beſte an ihr waren die Augen, die ſie ſo vollkommen zu beherrſchen ver⸗ ſtand, daß in ihnen Demuth und Trauer in der glei⸗ chen Weiſe wie Uebermuth und Tollheit ihren Aus⸗ druck fanden.

Ich fehlte natürlich an keinem Abende, an welchem ſie ſpielte. Ich ſtand regelmäßig auf dem nämlichen Platze, rechts vorn, unmittelbar an der Brüſtung hinter dem Orcheſter, in jener Ecke, welche man im Theater⸗ jargon nebſt der mit ihr correſpondirenden linken die Inſel zu nennen pflegt. Ich war auf dieſe Weiſe der Bühne ſo nahe wie möglich.

Es iſt ein eigenes Ding, in eine Schauſpielerin verliebt zu ſein. Ich ſpreche nicht von intimern Beziehungen; welche Bewandtniß es damit habe, wer⸗ den Sie ſpäter hören. Ich meine hier das Lieben und Schwärmen auf Diſtance. Man iſt dabei einer Menge von Aufregungen unterworfen, die ganz unnöthig und einfältig ſind. Man pflegt nämlich alle Erfolge und Mißerfolge der Angebeteten zu den ſeinigen zu machen. Man freut ſich über einen Applaus, der ihr wird, zittert mit ihr bei einer ſchweren Rolle, die ſie hat, und be⸗ trübt ſich über einen Verſuch, wenn er ſchlecht ausge⸗ fallen iſt.

Noch mehr. Da einem das Spiel der Angebeteten