Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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Wie andere junge Leute des geſchilderten Schlages war auch ich alsbald bemüht, alle jene Begeiſterung und Schwärmerei, welche damals mein Herz durchflu⸗ teten, auf einen einzigen ihrer würdigen Gegenſtand zu concentriren, und dieſen hatte ich bald genug eben in Marion gefunden. Ich hatte inſofern eine nicht eben tadelnswerthe Wahl getroffen, als Marion jedenfalls die hübſcheſte, die talentvollſte und ſicher die fleißigſte unter ihren Genoſſinnen war. Namentlich das Letztere zu bemerken hatte ich ſpäter häufig genug noch Gelegenheit. Sie war vollkommen in ihrer Art; ſie war jung, lebhaft, witzig, ſie verſtand auch zu rühren und weich zu ſtimmen und beſaß ſo alle Eigenſchaften, die ſie als muntere Liebhaberin nöthig hatte.

Marion war mittelgroß, ſchlank gewachſen, mit voller Büſte, und beſaß neben einem reich niederfließenden blonden Lockenhaar zwei große, kluge blaue Augen. Wenn ſie ihren kleinen Mund ſchalkhaft zuſammenzog und ihr Lockenköpfchen auf die Seite legte und mit ihren Augen ſo neckiſch dreinſah, das war ganz aller⸗ liebſt und immer wieder entzückend ſchön. Sie wäre eine Schönheit geweſen, wenn ihre Wangen nicht zu voll geweſen wären. Sie wußte das und verſtand ihr reiches Haar immer ſo zu ordnen und namentlich den

Kopfputz dahin auszuwählen, daß die Fülle ihres Ge⸗