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unter in den Garten; ſie wußte, daß ſie Frater Hein⸗ rich dort finden werde.
Er war ſchon da.
Mit Vorwürfen trat er ihr entgegen, daß der Stu⸗ dent ſein Wort ſo ſchlecht halte, aber Dora wußte ihn zu beruhigen und ihm begreiflich zu machen, daß es ihr unmöglich und daß ſie wirklich nicht Herrin ihres Willens geweſen ſei.
Der Novize machte ihr einen Vorſchlag.
„Statt hier in der dumpfen Laube zu bleiben“, ſagte er,„laſſen Sie uns in den Wald treten, und dort den Berg hinaufwandern. Man genießt oben eine entzückende Ausſicht, und es läßt ſich dort jedenfalls leichter plaudern als hier.“
„Dürfen Sie ſich ſo weit entfernen?“ fragte Dora überraſcht
„Ob ich darf? Ich will mir einen kleinen Verweis gern gefallen laſſen, und ich habe mir nun einmal in den Kopf geſetzt, ſolange Sie hier ſind, Ihre Freund⸗ ſchaft auszubeuten, ſo gut ich kann.“
„Mein Oheim könnte erwachen!“
„Wir ſind in einer Stunde wieder hier“, tröſtete der Novize,„und wenn nicht— fürchten Sie Ihren Oheim mehr als ich meinen frommen Pater Nikomedes?“
„Nein“, meinte Dora verlegen.


