Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Freude, alle dieſe Dinge in einem ſchier unbeſchreibli⸗ chen Zuſtande der Verwirrung und Unordnung zu fin⸗ den; deſto mehr gab es für ihn zu thun, deſto mehr reizte die Möglichkeit, noch immer willkommenere, noch immer ſeltenere Schätze aufzuſpüren, und deſto mehr mußte man ſein Verdienſt anerkennen, wenn es ihm einmal gegönnt war, die aufgeſtöberten Alterthümer zu ordnen, zu ſichten, zu prüfen, zu erläutern, zu erklä⸗ ren und endlich geordnet, geſichtet, geprüft, erläutert und erklärt dem Alterthumsvereine der Hauptſtadt vor⸗ zulegen.

Die Portraits, welche die Corridore des Kloſters zierten, nahmen natürlicherweiſe jetzt in noch höherem Grade ſeine Theilnahme in Anſpruch; namentlich war es eine Dame geweſen, deren Bild ihn bereits den Abend vorher am meiſten gefeſſelt hatte. Daſſelbe war in der Weiſe des Tintorett gemalt, mit dunkelbraunem Haar, weißer Halskrauſe und einer Perlenſchnur über der Bruſt. Es war ein ſtolzes, ſchönes Frauenzimmer mit edlen Zügen, mit vollen Formen. Schon geſtern hatte er ſich an den großen braunen Augen nicht ſatt ſehen können und lebhaft den fein geſchnittenen und doch vollen, lebensfriſchen Mund bewundert.

Es gelang ihm, über die Schickſale dieſer Frau, die im ſechzehnten Jahrhundert von den ſchönen, milden