Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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genommen, es war ein gefährlicher Feuerfunke, den Frater Heinrich unbewußt in dies lebhaft und warm ſchlagende Herz geworfen.

Endlich die erſte Hälfte des Nachmittags war ſchon verfloſſen dachte auch Doctor Anſelmus daran, ſeinen Schlummer für heute zu beendigen. Während er ſchwer⸗ müthig und ſchläfrigen Auges die langen ſchwarzen Haare über die bleiche Stirn herüberſtrich, verſicherte er, durch die Ruhe doch ein wenig Erquickung gewon⸗ nen zu haben, und begab ſich, nachdem er noch mit Genugthuung von dem Fleiße ſeiner Nichte Kenntniß genommen hatte, in die zu ebener Erde befindliche Kloſterbibliothek, dort in der Familienchronik derer von Wellrodt nach den, wie er geäußert hatte, unabweis⸗ bar nothwendigen Notizen über die Schachfiguren zu ſpähen.

In dieſer Richtung zwar ſah er ſeine Hoffnungen nicht mit dem geringſten Erfolge gekrönt ein Um⸗ ſtand, der einen Gelehrten wie ihn trotzdem nicht im geringſten, an der Richtigkeit ſeiner Entdeckung zwei⸗ feln machen durfte und auch nicht zweifeln machte dafür hatte er aber das Glück, in den Chroniken und Urkunden auf die intereſſanteſten Mittheilungen und Nachrichten hinſichtlich der ehemaligen Beſitzer des

Schloſſes zu ſtoßen. Es war ihm eine nicht geringe 12*