Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Bei dieſen Worten ſchlug er ſich vor die Stirn und blickte mürriſch ins Freie hinaus.

Dora verſuchte von andern gewöhnlichen Dingen zu reden, es ging nicht mehr recht. Plötzlich fiel ihr Doctor Wiſelmus ein, den ſie im Eifer des Geſprächs ganz vergeſſen hatte. Sie erſchrak, denn er konnte ſchon aufgewacht ſein. Raſch verabſchiedete ſie ſich und Frater Heinrich bat ſie, abends auf die Kegelbahn zu kommen. Er empfinde eine große Dankbarkeit dafür, ſich wieder einmal gegen Jemand frei und nach Her⸗ zensluſt ausſprechen zu dürfen.

Dora ſagte zu und ſuchte dann eiligſt ihr Zim⸗ mer auf.

Doctor Anſelmus ſchlief noch hart und feſt. Be⸗ ruhigt griff Dora zum Manuſcript ihres Onkels, war aber noch weniger als am Morgen im Stande, demſelben einigen Geſchmack abzugewinnen. Sie ließ die Feder gleich wieder ſinken, und den Kopf auf die Hand geſtützt, dachte ſie über alles das nach, was Frater Heinrich über Frauen und Männer und Liebe geſagt hatte. Sie ließ ſich in der That ein ernſthaftes Nachgrübeln über dieſe Dinge nicht verdrießen, wobei ſie freilich nicht umhin konnte, ſich auch mit dem jungen Novizen und ſeinen Einwänden und Aufſtellungen auf das lebhafteſte zu beſchäftigen; kurz und Alles in Allem