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Bekleidungsſtücke trug. Der arme Gelehrte ſah ſich dadurch genöthigt, ſeinen Augen beharrlich eine andere Richtung zu geben, denn ſeit er dreizehnhundertjährige Geſchichten ſchrieb, hatte er ſich daran gewöhnt, in ſolchen Dingen empfindlich zu ſein.
„Ich bin“, begann Kleopatra, nachdem ſie es ſich in der geſchilderten Weiſe bequem gemacht hatte,„armer Leute Kind, und es ereignete ſich eines Tages, daß mich ein Maler, er hieß Leonardo, um die Mittagszeit mit andern Unglücklichen vor einem Kloſter bettelnd fand, in Lumpen und ein zerbrochenes Geſchirr in der Hand. Ich war kaum vierzehn Jahre alt. Ich erregte ſeine Aufmerkſamkeit und er erhielt leicht von meinen Ael⸗ tern die Erlaubniß, für meine Erziehung und Bildung ſorgen zu dürfen. Ich lernte ziemlich viel, das Meiſte von ihm, denn er kam wenigſtens jeden zweiten Tag, mich perſönlich zu unterrichten oder doch mit mir zu plaudern. Ich brauche nicht viel zu erzählen: Leonardo hatte mich lieb und ein paar Jahre ſpäter war er mein Herzensſchatz. Damals war es denn auch, daß ich ihm zum erſten Male als Modell diente, denn nach den Begriffen, die er mir von der Kunſt beigebracht hatte, konnte er nichts Arges darin finden. Er hatte mich gelehrt, die Schönheit als das Herrlichſte auf dieſer Welt zu betrachten, ihr Cultus ging ihm über Alles.


