bei dem Gedanken, er könne von irgend Jemand, der Morten zu beſuchen käme, hier im téte à téte mit der Modellſteherin betroffen werden, und er würde dieſer gewiß in aller Höflichkeit die Thür gewieſen haben, hätte ihn nicht trotz alledem ihre Schönheit und ein gewiſſer Grad von Bildung, der ſich in ihren Reden kund gab, davon abgehalten. Er rückte unruhig auf ſeinem Stuhle herum und verrieth vielleicht zu ſehr die heimlichen Gefühle, die ihn bewegten; denn Kleo⸗ patra, die ihn eine Weile prüfend betrachtet hatte, warf ſich vornehm in die Ecke des Sophas zurück und ſagte, indem ſie ihr ſchönes Auge wieder voll auf ihn ge⸗ richtet hielt:
„Daß Ihr Künſtler doch nichts Tüchtiges ohne uns zu Wege bringt! Maler und Bildhauer ſind es nun gleich gar nicht im Stande, Ihr Poeten aber ebenſo wenig. Dabei ſeid Ihr aber auch gefährlich denn wäh⸗ rend der Maler mein Geſicht, meine Bruſt, meinen Hals, meinen Nacken dochnur dann auf der Lein⸗ wand wiederzugeben vermag, wenn ich es ihm geſtatte, ſo ſitzen Euch Poeten die Menſchen meiſt, ohne daß ſie es wiſſen, und finden ſich urplötzlich conterfeit, bevor ſie nur eine Ahnung davon gehabtzhaben. Wer nun gar von Euch die Verirrungen und Gebrechen, die Narrheiten und Thorheiten ſchildertzund ſich über ſie
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